
Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit (RSF) von Reporter ohne Grenzen fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in die Kategorien „schwierig“ oder „sehr ernst“. „Gut“ ist die Situation nur noch in sieben Ländern; in ihnen lebt insgesamt ein Prozent der Weltbevölkerung. Österreich ist auf Platz 19, vor allem wegen der Einführung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) und dem dadurch bewirkten Aufwärtstrend sei die Situation „zufriedenstellend“.
Das Ergebnis wurde anhand von fünf Indikatoren berechnet, die das politische, wirtschaftliche, rechtliche, gesellschaftliche Umfeld sowie die Sicherheit für Journalist:innen bewertet. Österreich hat im Gesamtergebnis im Vergleich zum Vorjahr 1,31 Punkte gut gemacht, insbesondere der Zuwachs von 2,40 Punkten im rechtlichen Kontext fällt auf. Präsident der Österreich-Sektion von Reporter ohne Grenzen Fritz Hausjell mahnt trotz des Aufwärtstrends zur Vorsicht: “Der überfälligen Stabilisierung der ökonomischen Grundlagen von Medien und Journalismus wurde bislang nicht ausreichend Rechnung getragen, das schlägt sich nun mit geringeren Werten zu Buche, da weiter immer mehr Werbebuchungen von den journalistischen Medien zu den amerikanischen und chinesischen Digitalgiganten abfließen. In Anbetracht der aktuellen Anstrengungen zur Reform der Medienförderungen sollten die Werte des RSF-Rankings demzufolge ein wichtiger Anstoß sein.”
Global betrachtet gab es im rechtlichen Bereich den stärksten Rückgang der Pressefreiheit. Journalismus wird weltweit immer häufiger kriminalisiert. Auch in demokratischen Ländern wird das Recht der Bürger:innen auf Information zunehmend beschnitten.
Norwegen belegt zum zehnten Mal in Folge den ersten Platz, Eritrea ist zum dritten Mal in Folge das Schlusslicht. In Syrien hat sich nach dem Sturz des Assad-Regimes im Vergleich aller 180 Länder und Territorien die Pressefreiheit am stärksten verbessert. Die Lage in Deutschland ist „zufriedenstellend“ (Platz 14).